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Artikel Besuch der Ausstellung von Gregor Schneider “Wand vor Wand” in Bonn am 17.02.2017
Besuch der Ausstellung von Gregor Schneider “Wand vor Wand” in Bonn am 17.02.2017 PDF Drucken

Gregor Schneiders Ausstellung sprach als Gesamtkunstwerk direkt und indirekt alle Inhaltsbereiche und Kerninhalte des niedersächsischen Kerncurriculums zum Abitur 2018 an:

  • Bild der Zeit / Ereignis im Bild / Zeichnung, Collage, Malerei, Fotografie
  • Bild des Menschen / Bewegung im Bild / Skulptur, Plastik
  • Bild der Dinge / Inszenierung / Installation

Ich war also mit den Schülern/Schülerinnen zum ca. 250 Kilometer entfernten Bonn ausgeflogen, um die Ausstellung zu besichtigen. Da unser Ausflugstag auf einen Freitag fiel, wurde die Tagesplanung dem Berufsverkehr angepasst: 7.30 Uhr Aufbruch, 11.00 – 13.00 Uhr Besuch der Ausstellung, 13.30 Uhr Abfahrt nach Hause, noch vor dem Einsetzen des Berufsverkehrs.

 

Gegen 13 Uhr wimmelte es um die Bundesaustellunghalle herum von Polizisten, Berufsmilitärs, Helikoptern. Des Pudels Kern war der auf der gegenüberliegenden Straßenseite stattfindende G 20 – Gipfel mit der ersten Begegnung der Außenminister Lavrov und Tillermann. Wir waren umzingelt von Sicherheitsbeamten und wenig professionellen Verkehrsagenten, die unseren kleinen, auf dem Rückweg befindlichen Reisebus, in eine Gasse lotsten, die nach vorne abgeschlossen wurde, um den Limousinen ‘der Großen der Welt’ freien Durchgang zu gewähren. Wir standen eine Stunde still, nur 650 m von unserer Autobahnauffahrt entfernt, wurden gezwungen zu wenden, um dann noch eine weitere Stunde zum Verlassen Bonns zu benötigen und kamen 6 Stunden später völlig fertig, aber Dank sei unseres Chauffeurs, Herrn Zegger Senior, heile in Neuenhaus an.

All dies passte zur Ausstellung und deren Titel “Wand vor Wand”, bei der hinter jeder Wand eine neue Wand auftauchte (Matruschkaeffekt), und uns einen Eindruck davon verschaffte, wie man sich fühlt, wenn man einer gegebenen Situation nicht entkommen kann. Raum für Raum entspannte sich Gregor Schneiders in 30 Jahren gebautes Universum, in dem die Endlichkeit des Menschen eine zentrale Rolle einnimmt.

Aus der Ausstellungshalle kommend auf eine Wand zufahren, hinter der sich eine neue Wand in Form eines langen Staus verbirgt, hinter dem sich ein neuer Stau ankündigt. Stillstehen und Bewegen, um erneut zum Stillstand gezwungen zu werden; eine endlose Wiederholung von Energie sammeln, Starten, Bremsen (müssen), Stillstehen, Warten, Verzweifeln, ein Lichtpünktchen sehen, Hoffen, Energie sammeln, ... , u.s.w..

Wir haben an diesem Freitag, den 17. Februar 2017, das Leben in seiner ursprünglichsten Form erlebt und wissen jetzt, dass die Kunst nicht in der Ausstellungshalle aufhört.

Dank an dieser Stelle - auch namens den Schülern/Schülerinnen und deren Eltern - dem Förderverein der Schule, der unseren Ausstellungbesuch finanziell unterstützt hat. (ark)