Das Lise-Meitner-Gymnasium Neuenhaus und Uelsen wird 50 !!! - Festwoche vom 17. bis zum 24. September 2017 - Tanzabend (nicht nur) für Ehemalige am 23. September 2017
Exkursion der Klasse 6R auf dem jüdischen Friedhof PDF Drucken

Auf dem jüdischen Friedhof

Am 27.04 waren wir, die Klasse 6R, auf dem jüdischen Friedhof in Neuenhaus. Pastor Wiarda hat uns viele spannende Geschichten erzählt. Zum Beispiel die von Carl van der Linde und die von Herrn ten Brink. Da Pastor Wiarda gut Hebräisch sprechen kann, hat er uns viele Grabsteine vorgelesen. Der jüngste Grabstein stammt von Frau van der Reis. Sie ist 1942 gestorben, also kurz bevor alle Juden aus Neuenhaus ins Konzentrationslager gebracht wurden. Der älteste Grabstein ist schon ungefähr 200 Jahre alt! Die Schrift ist nur noch teilweise lesbar und die Grabsteine sind schon grün, aber Herr Wiarda konnte uns immer etwas erzählen. Auch über Naphtalie, einen Leviten, dessen bürgerlichen Namen niemand kennt. Auf fast allen Grabsteinen steht der Satz: תנצבה (Seine/Ihre Seele möge eingewickelt sein in das Bündel des Lebens). Auf Naphtalies Grabstein ist eine Kanne abgebildet, die die Leviten benutzten, um den Priestern im Tempel die Hände zu waschen. Ich fand die Führung sehr spannend. Ich habe erfahren, dass Carl van der Linde ein Jude war und in einem Familiengrab begraben wurde. Er hat aber keinen eigenen Grabstein. Warum weiß niemand, denn eigentlich hätte die Familie van der Linde genug Geld gehabt, um sich einen Grabstein zu kaufen. So eine Führung ist sehr interessant und man erfährt viel über das Judentum und deren Bräuche und Sitten.

Loreen

 

Der jüdische Friedhof

Der jüdische Friedhof in Neuenhaus wurde um 1650 auf Dünen errichtet, deswegen ist er heute hügelig, aber mittlerweile ist alles mit Moos überwachsen. Das älteste Grab ist noch aus dem 18. Jahrhundert. Das neuste Grab gehört Sophie van der Reis. Sie ist kurz vor der Deportation 1942 gestorben. Auch die Familie van der Linde hat dort ein Familiengrab. Der Heimatverein hat für Carl van der Linde einen Denkmalstein errichtet. Die meisten Gräber sind mit hebräischer Schrift versehen, die Pastor Wiarda ins Deutsche übersetzt hat. Auch das Grab von Naphtalie, einem Leviten, ist auf Hebräisch. Auf vielen Gräbern steht dieser Spruch auf Hebräisch: ת“נ“צ“ב“ה,das bedeutet „Seine (bzw. ihre) Seele möge eingewickelt sein in das Bündel des Lebens.“ oder es steht geschrieben: ,,Ruhe, bis du auferstehst zu deinem Erbteil am Ende der Tage.“ Auf dem Friedhof ist auch das Grab von Herr ten Brink, der ein schlimmes Schicksal hatte. Denn er war beliebt, doch dann verlor er Freunde und Arbeit. Danach arbeitete er als Bote. Irgendwann fand man seine angeschwemmte Leiche in Neuenhaus an der Dinkel. Man denkt, dass er sich selbst umgebracht hat, doch man weiß es nicht genau.

Der Besuch hat uns sehr gut gefallen und wir haben erfahren, dass es die Juden nicht immer leicht hatten.

Jessica

 

Ein weiterer Bericht stammt von Jona, den man hier nachlesen kann.

 

Hier einige Bilder vom jüdischen Friedhof: